„Gospel Inspiration“: Mal getragen, mal beschwingt

Der Chor „Gospel Inspiration“ animiert die Zuhörer zum Mitklatschen. Foto: Vollformat/Heiler

Der Chor „Gospel Inspiration“ animiert die Zuhörer zum Mitklatschen. Foto: Vollformat/Heiler

ERFELDEN – Viele verschiedene Stimmungen zauberten die 18 Sänger von „Gospel Inspiration“ am Samstagabend in die evangelische Kirche. Vor rund 130 Gästen sangen sie bekannte und unbekannte Melodien, geistliche und weltliche Stücke und begeisterten damit ihre Zuhörer. Mal getragen und ruhig, ja fast traurig, mal beschwingt, fröhlich und lebhaft sangen die Sänger unter Leitung von Frank Eckhardt ihre Stücke und setzten mit Klasse und musikalischem Können die Inhalte der Lieder in Musik um. Dabei beeindruckten sie mit ihren starken Stimmen, ebenso wie durch ihren teils sechsstimmigen Gesang.

Immer wieder gelang es dem Chor, seine Zuhörer zum Mitklatschen zu animieren. Viele wippten auf ihren Plätzen im Takt, eine Besucherin tanzte sogar hinten im Kirchenraum zu den Liedern. „Wenn Sie möchten, dürfen Sie bei unserem letzten Stück mitsingen“, bezog Dirigent Eckhardt das Publikum ein, als er die teils auf englisch, teils auf deutsch gesungene Version von „Stille Nacht“ ankündigte.

Durch das Programm führten humorvoll die beiden Chorsänger Andreas Schmidt-Neumann und Christine Staudermann und gaben zu jedem ihrer Lieder eine kurze Erklärung. So sagten sie zum Lied „Mary did You Know“, in dem Maria erfährt, dass sie schwanger ist: „In der Bibel heißt es; ,Maria hörte die Worte und bewegte sie in ihrem Herzen‘; ob sie sie verstanden hat, erfahren wir vielleicht im nächsten Stück.“

Den Bezug zum Jesus-Kind suchten sie auch im Stück „The little Drummer Boy“. Das Lied erzählt von einem armen Waisenjungen, der Jesus nichts schenken kann außer seinem Trommelspiel. „Jesus lächelte und verstand“, meinte Staudermann und fügte an: „Es muss nicht immer das größte und teuerste Geschenk sein. Für mich sind die wertvollsten Geschenke die, die von Herzen kommen.“

Eine wunderbare Welt besangen die Musiker in Louis Armstrongs Stück „What a Wonderful World“. „Es gibt schreckliche Dinge in der Welt. Doch wenn man bereit ist, positive Sachen zu sehen, dann ist die Welt wundervoll, wenn auch nur für manche Augenblicke“, meinte Schmidt-Neumann. Später meinte er: „Gospel ist die fröhlichste Form, gute Nachrichten zu verbreiten.“ So präsentierte der Chor das Lied „Good News“ auch mit viel Lebendigkeit und Schwung.

So vielfältig wie das Repertoire präsentierten sich auch die Sänger. Nicht nur ihre rot-schwarze Chorkleidung – mal mit roten Hosenträgern, Federboas oder Krawatten zum schwarzen Hemd, mal mit schwarzer Weste über knallroter Bluse –, auch einzelne Sänger begeisterten mit charakteristischen Soloeinlagen. So gaben Christine Staudermann und Heidi Breiling-Wierczeiko, die einzige professionelle Sängerin des Chores, Stücke mit ihren sonoren Altstimmen zum Besten.

Beeindruckend imitierten Dieter Hassinger und Kurt Finger im Stück „Sixteen Tons“ mit brummendem Bass und Bariton die eintönige und harte Arbeit in amerikanischen Kohlegruben. Im Duett präsentierte sich Staudermann zusammen mit Tina Ternus; und die Mezzosopranistin Christiane Stoetzer sang schwungvoll in den beiden Stücken „When my Time Comes, Lord“ und „Operator“.

Passende Lichteffekte im Altarraum
Bei den meisten Stücken wurde der Chor begleitet von Manuel Seng am E-Piano und Claus Mager an Schlagzeug und Trommel. Aber auch bei Stücken ohne instrumentale Begleitung kamen die kräftigen Chorstimmen gut zur Geltung. Alle Lieder setzte Konstantin Schmidt durch Lichteffekte in Szene. Passend zum Rhythmus tauchte er den Raum um Altar und Kanzel in lila, pinkes und türkises Licht und machte somit das Konzert zu einem Erlebnis für Ohren und Augen.

Echo-Online 04.12.2017, Von Kirstin Gründel